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Schrottwichteln-Regeln: So wird gespielt, Schritt für Schritt

Aktualisiert August 2026

Beim Schrottwichteln bringt jeder ein verpacktes Geschenk mit, alle ziehen Nummern, und wer an der Reihe ist, öffnet entweder ein neues Geschenk vom Stapel oder klaut eines, das schon offen ist. Als Preislimit sind 20 € üblich, die meisten Runden erlauben höchstens drei Klaus pro Geschenk, und das Spiel endet, sobald das letzte Geschenk offen ist — meist mit einem letzten Tausch für die Person, die zuerst dran war. Das ist die ganze Regel; der Rest dieser Seite erklärt die genaue Reihenfolge, die Klau-Limits, die das Spiel in Schwung halten, und die Varianten, die sich lohnen.

Was Schrottwichteln ist — und wie es sich vom Wichteln unterscheidet

Schrottwichteln ist ein Gruppenspiel, bei dem das Klauen die Hauptsache ist. Niemand kauft für eine bestimmte Person. Jeder bringt ein verpacktes Geschenk mit, das genauso gut bei jedem am Tisch landen könnte, alle Geschenke kommen auf einen gemeinsamen Stapel, und die Reihenfolge entscheidet, wer was öffnet. Der Spaß liegt nicht im Geschenk selbst, sondern darin, wie ein gutes Geschenk dreimal den Besitzer wechselt, während jemand anders auf dem singenden Plastikfisch sitzen bleibt.

Wichteln ist das Gegenteil: Du ziehst vorher einen Namen und kaufst gezielt für diese eine Person, geklaut wird dabei nicht. Beide Formate laufen unter vielen Namen und werden in Einladungen gern munter durcheinandergeworfen. Klär deshalb vor dem Einkaufen genau eine Sache: Kaufst du für eine bestimmte Person (Wichteln) oder für den Stapel, aus dem sich am Ende jeder bedienen darf (Schrottwichteln)?

Klassische Schrottwichtel-Geschenke sind eher lustig oder skurril, aber die besten Runden mischen echte Highlights mit ein paar Gag-Geschenken. Ein Stapel aus reinem Klamauk führt dazu, dass niemand etwas klaut — und Klauen ist der ganze Witz an der Sache.

Vorbereitung: Mitspieler, Preislimit und Geschenke

Für Klauen mit Spannung brauchst du mindestens vier Mitspieler, am besten läuft es mit sechs bis fünfzehn. Ab zwanzig Leuten zieht sich jede Runde; dann lieber zwei Kreise bilden oder ein Zeitlimit pro Zug setzen.

Leg ein Preislimit fest und schreib es in die Einladung. 15 bis 30 € sind üblich, wobei 20 € der Klassiker fürs Büro ist und 25 bis 30 € eher bei Freundesrunden vorkommen, die auch mal ernsthaft um ein Geschenk kämpfen wollen. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass sie für alle gilt: Ein 50-€-Geschenk in einer 20-€-Runde lässt jedes andere Geschenk billig aussehen, und ein 5-€-Geschenk in einer 30-€-Runde blamiert nur den, der es mitgebracht hat.

Jeder bringt genau ein verpacktes Geschenk mit — ohne Namensschild, ohne Absenderhinweis, ohne irgendein Indiz, wer es mitgebracht hat. Pack so ein, dass die Form der Schachtel nichts verrät; Geschenktüten gehen auch, aber Kartons verstecken den Inhalt besser. Alles kommt vor Spielbeginn auf einen gemeinsamen Tisch. Als Gastgeber solltest du ein Ersatzgeschenk parat haben für die Person, die keins mitgebracht hat — ohne Geschenk kann niemand mitspielen.

Die Regeln, Schritt für Schritt

Das sind die Standardregeln. Lies sie laut vor, bevor die erste Person dran ist — die Hälfte aller Streitereien beim Schrottwichteln kommt daher, dass jeder von anderen Klau-Limits ausgeht.

  • 1. Nummern ziehen. Schreib Zahlen von 1 bis zur Anzahl der Mitspieler auf Zettel und lass jeden einen ziehen. Das ist die Reihenfolge. Setzt euch, wenn möglich, im Kreis, die Geschenke in die Mitte.
  • 2. Person 1 öffnet ein Geschenk. Diese Person sucht sich ein beliebiges verpacktes Geschenk vom Stapel, öffnet es und zeigt es der Runde, damit alle wissen, was im Spiel ist. Klauen kann Person 1 in diesem ersten Zug nicht, weil noch nichts offen ist.
  • 3. In deinem Zug: öffnen oder klauen. Jede weitere Person öffnet entweder ein neues Geschenk oder klaut ein bereits offenes von jemand anderem. Geklaute Geschenke bleiben sichtbar auf dem Tisch — nichts wird unter dem Stuhl versteckt.
  • 4. Wurde dir gerade etwas geklaut, bist du sofort wieder dran. Du öffnest entweder ein neues Geschenk oder klaust ein anderes. Das Geschenk, das dir gerade abgenommen wurde, darfst du in diesem Zug nicht direkt zurückklauen.
  • 5. Klau-Limits durchsetzen. Jedes Geschenk darf insgesamt höchstens dreimal geklaut werden; danach ist es eingefroren und bleibt bei der aktuellen Besitzerin oder dem aktuellen Besitzer. In den meisten Runden gilt zusätzlich: höchstens drei Klaus pro Zug, damit keine endlose Kette entsteht — nach dem dritten Klau in einem Zug muss die Person, die gerade leer ausging, ein neues Geschenk vom Stapel öffnen.
  • 6. Das Spiel endet, wenn das letzte verpackte Geschenk offen ist. Jetzt bekommt Person 1, die selbst nie klauen durfte, den letzten Zug: das eigene Geschenk behalten oder gegen ein beliebiges nicht eingefrorenes Geschenk im Raum tauschen. Danach behält jeder, was gerade in seinen Händen liegt.

Beliebte Varianten

Die Standardregeln funktionieren gut, trotzdem passt fast jede Runde etwas an. Sag Sonderregeln vorher an — nicht erst dann, wenn sie dem Gastgeber gerade gelegen kommen.

  • Einfrier-Regel: Ein Geschenk wird nach dem dritten Klau eingefroren — das ist die Standardregel oben. Manche Runden spielen stattdessen unbegrenztes Klauen mit einem festen Zeitlimit pro Zug; unbegrenztes Klauen ohne Timer ist der Grund, warum eine Zehner-Runde plötzlich zwei Stunden dauert.
  • Ein Klau pro Zug: Jeder Zug erlaubt höchstens einen Klau, dann muss die nächste Person öffnen. Schneller und ruhiger — gut für Büro-Runden und große Gruppen.
  • Dreimal beklaut, dann sicher: Wurde dir dreimal etwas geklaut, bist du für den Rest der Runde immun, dein aktuelles Geschenk bleibt bei dir. Schützt die Person, der es ständig trifft.
  • Nie zurückklauen: Statt nur das direkte Zurückklauen im selben Zug zu verbieten, ist jedes Geschenk tabu, das du schon einmal in der Hand hattest. Verhindert, dass zwei Leute ein Geschenk stundenlang hin- und herschieben.
  • Themenrunden: Jeder bringt ein Geschenk passend zu einem Motto mit, etwa Küchenfunde unter 20 €, Tassen, das kurioseste Ding auf Amazon oder Alkohol unter 25 €. Ein Motto lässt den Stapel kuratiert wirken statt zufällig.
  • Große Schlusstausch-Runde: Nach dem letzten Zug von Person 1 gibt es eine Blitzrunde, in der alle im gegenseitigen Einvernehmen tauschen dürfen. Das Spiel endet mit Verhandeln statt mit dem Einfrieren.
  • Links-rechts-Geschichte: Der Gastgeber liest eine Geschichte voller Worte wie links und rechts vor, und die Geschenke wandern entsprechend im Kreis weiter; danach behält jeder, was er gerade hält. Hier wird gar nicht geklaut — besser für Kinder oder sehr große Gruppen.

Tipps für Gastgeber und Etikette

Sag die Regeln und die Klau-Limits laut an, bevor Person 1 startet, und ernenne dich selbst zum Schiedsrichter. Das Drei-Klau-Limit und das Verbot des direkten Zurückklauens sind die zwei Regeln, die am schnellsten vergessen werden — eine halbe Minute Zusammenfassung erspart dir jeden Streit, der sonst im neunten Zug losbricht.

Sag deinen Gästen, was für ein Geschenk gefragt ist, denn der Stapel entscheidet, ob das Spiel funktioniert. Geklaut wird, was witzig und trotzdem brauchbar ist: ein guter Thermobecher, ein albern aussehendes, aber scharfes Küchenutensil, eine kuschelige Decke, eine ordentliche Flasche zum Preislimit, Rubbellose an etwas festgeklebt. Reiner Klamauk sorgt für einen Lacher und bleibt dann liegen, und eine Runde, in der nichts geklaut wird, ist nur langsames Auspacken. Zielwert: etwa zwei Drittel echte Highlights, ein Drittel Klamauk.

Halt das Tempo hoch. Dreißig Sekunden Bedenkzeit reichen völlig; wenn deine Runde gern grübelt, stell einen Timer auf dem Handy. Ab mehr als fünfzehn Leuten lieber zwei Kreise bilden oder auf einen Klau pro Zug umstellen, denn die Öffnen-oder-Klauen-Kette wird sonst schnell sehr lang.

Die Etikette ist einfach: Klau ohne dich zu entschuldigen, denn Klauen ist der Sinn des Spiels, und ein schlechtes Gewissen macht alle anderen nur zögerlich; bring nichts, das offensichtlich über oder unter dem Limit liegt; versuch nicht, andere davon abzuhalten, dir etwas zu klauen; und landet ein Kind oder eine neue Kollegin beim einzigen wirklich schlechten Geschenk, ist es der eleganteste Zug des Gastgebers, am Ende still ein besseres Ersatzgeschenk einzutauschen.

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