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Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?

Aktualisiert August 2026

Die meisten Hochzeitsgäste geben 50 bis 100 € für Freunde oder Verwandte aus. Plan mit 30 bis 50 € für Kolleginnen oder entferntere Bekannte, und mit 100 bis 200 € oder mehr, wenn das Brautpaar enge Familie ist oder du Trauzeugin beziehungsweise Trauzeuge bist. Diese Spannen decken die meisten Hochzeiten ab; der Rest dieser Seite zeigt, wie du sie an deine Situation anpasst — und an dein tatsächliches Budget.

Wie viel je nach Beziehung

Deine Beziehung zum Brautpaar ist der wichtigste Faktor für die Höhe. Je näher ihr euch steht, desto mehr wird erwartet — teils aus Konvention, teils weil du ohnehin mehr geben möchtest. Nimm diese Spannen als Ausgangspunkt und passe sie mit den Faktoren aus dem nächsten Abschnitt an.

Eine Einschränkung zur Region: Das sind bundesweite Richtwerte. In teuren Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Beträge auf jeder Stufe oft 20 bis 30 € höher, einfach weil dort alles teurer ist.

  • Kolleginnen und Kollegen, entfernte Verwandte oder Bekannte: 30–50 €
  • Freunde oder Verwandte, die du regelmäßig siehst: 50–100 €
  • Enge Freunde oder direkte Familie (Geschwister, eigenes Kind, ein Elternteil, das erneut heiratet): 100–200 €+
  • Als Trauzeugin oder Trauzeuge: Üblich sind 100–200 €+, auch wenn viele Brautpaare ausdrücklich sagen, dass weniger reicht — schließlich hast du schon für Outfit, Anreise und Junggesellenabschied bezahlt. Dieses Angebot darfst du ruhig annehmen.

Was den Betrag nach oben oder unten verschiebt

Die Spannen oben gehen von einer normalen Situation aus: Du kommst allein oder als eingeladenes Paar, die Hochzeit findet in der Nähe statt, und es gibt keine besondere kulturelle Konvention. Wenn sich eine dieser Annahmen ändert, sollte sich auch der Betrag ändern.

  • Mit Begleitung oder als Paar eingeladen: Gebt mehr als eine Einzelperson — etwa das 1,5- bis 2-Fache, gemeinsam auf einer Karte. Dass zwei Personen je 50 € geben, wird nicht erwartet; ein gemeinsames Geschenk von 80–100 € ist der Normalfall.
  • Hochzeiten im Ausland oder weit weg: Deine Reise- und Übernachtungskosten zählen mit. Zahlst du schon 1.500 € allein für die Anreise, ist es völlig in Ordnung, am unteren Ende deiner Spanne zu bleiben oder sogar darunter. Paare, die sich für eine Fernhochzeit entscheiden, wissen das in der Regel selbst.
  • Bargeld-Traditionen: Bei vielen türkischen, italienischen, russlanddeutschen und anderen Hochzeiten ist Bargeld im Umschlag das übliche Geschenk und deckt oft praktisch die Kosten des eigenen Platzes. Beim türkischen Brauch werden Goldmünzen oder Scheine sogar direkt ans Brautkleid geheftet. Bist du bei so einer Hochzeit eingeladen, frag jemanden aus der Familie, was üblich ist — Beträge und Gepflogenheiten (etwa bestimmte Zahlen zu meiden) unterscheiden sich stark, und dich daran zu orientieren zählt mehr als die Richtwerte oben.
  • Dein tatsächliches Budget: Gib, was du dir leisten kannst, ohne Groll oder Schulden. Eine Einladung ist keine Rechnung, und die Idee, dein Geschenk müsse genau die Kosten deines Platzes decken, ist ein Mythos. Ein 30-€-Geschenk, das du dir locker leisten kannst, ist besser als ein 100-€-Geschenk, das du dem Brautpaar insgeheim nachträgst.

Bargeld, Wunschliste oder frei gewählt?

In Deutschland ist Bargeld das mit Abstand häufigste Hochzeitsgeschenk, meist im Umschlag oder in einer kreativ verpackten Geldgeschenk-Idee (ein Geldbaum, ein Schein-Trichter, ein gefaltetes Geldschein-Herz). Die meisten Paare erwarten das inzwischen offen und schreiben es sogar auf die Einladung, oft mit einem Hinweis auf die Flitterwochenkasse oder einen bestimmten Anschaffungswunsch. Eine Überweisung vorab ist ebenfalls üblich, wenn das Paar eine IBAN angegeben hat; ansonsten ist der Umschlag am Hochzeitstag der sichere Standard.

Eine Wunschliste — oft online, manchmal noch klassisch im Geschäft ausgelegt — wird zwar seltener geführt als in den USA, kommt aber vor allem bei jüngeren Paaren immer häufiger vor. Kauft ihr von der Liste, ist das immer sicher: Das Paar hat die Sachen selbst ausgesucht, der sichtbare Preis ist kein Problem, und zwei oder drei kleinere Listenposten zusammenzulegen, um auf deinen Zielbetrag zu kommen, ist völlig normal. Ist die Liste schon leer geräumt, wenn du einkaufst, füllt Bargeld oder ein Gutschein für den Laden der Liste die Lücke.

Ein frei gewähltes Geschenk abseits der Liste ist die riskanteste Option. Es kann wunderbar sein, wenn du den Geschmack des Paares wirklich gut kennst — die Wunschliste ist eine Liste dessen, was gebraucht wird, keine Grenze für deine Fantasie —, aber ein Griff daneben bedeutet nur einen zusätzlichen Umtauschweg. Schickst du etwas abseits der Liste, dann am besten direkt nach Hause statt als großes Paket zur Feier, und halt den Kassenbon griffbereit.

Gemeinsam schenken

Geld mit anderen Gästen zusammenzulegen ist ein guter Weg, ein großes Geschenk zu finanzieren — die Espressomaschine, das Kofferset, den Ausflug in den Flitterwochen —, das niemand allein kaufen würde. Am besten klappt das mit einer klaren Ansage: Eine Person sammelt das Geld ein, kauft das Geschenk und achtet darauf, dass alle Namen auf der Karte stehen.

Zwei Regeln verhindern, dass Gruppengeschenke schiefgehen. Erstens: Dein Anteil darf etwas unter dem liegen, was du allein geben würdest, aber nicht deutlich darunter — 15 € von einer engen Freundin in ein Gruppengeschenk wirken dünn, während dieselben 15 € von einer Kollegin im Büro-Pool völlig normal sind (dort sind 10–20 € pro Person üblich). Zweitens: Zahlt, bevor das Geschenk gekauft wird — die organisierende Person sollte nie auf der Differenz sitzen bleiben.

Wenn du nicht kommen kannst

Ja, du solltest trotzdem ein Geschenk schicken, wenn du eingeladen warst und dem Paar wirklich nahestehst — eine abgesagte Teilnahme hebt die Beziehung nicht auf. Als Richtwert gilt etwa die Hälfte bis zwei Drittel dessen, was du vor Ort gegeben hättest: rund 30–50 €, wo du als anwesende Freundin 60–100 € gegeben hättest, mehr bei direkter Familie.

Bei einer eher losen Einladung — jemand, mit dem du seit Jahren kaum Kontakt hattest, oder eine klare Höflichkeitseinladung — reicht eine warme Karte mit einem kleinen Geschenk, notfalls auch ohne. Was auch immer du schickst, schick es zeitnah: Die alte Regel „ein Jahr Zeit“ ist ein Mythos, und ein Geschenk, das innerhalb weniger Monate nach der Hochzeit ankommt, wirkt deutlich besser als eines, das erst im folgenden Frühling eintrudelt.

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